Luftverschmutzung mit Mobilfunkdaten berechnen

Analyse der Luftqualit?t mit Mobilfunkdaten erfolgreich erprobt

Die in Nürnberg getestet Methode zur Analyse von Emissionen basiert auf anonymisierten Mobilfunkdaten und erg?nzt bisherige Messmethoden sinnvoll, denn die umfangreichen Daten sind rund um die Uhr und fl?chendeckend vorhanden. Zudem ist die Erfassung und Auswertung kostengünstiger, da keine zus?tzliche station?re Technik oder Personal zur Z?hlung des Verkehrs ben?tigt werden. Das bietet neue M?glichkeiten, die Genauigkeit und Aussagekraft von bisherigen Methoden zu erh?hen. Durch den Vergleich mit vorhandenen Messwerten aus Nürnberg konnte die Genauigkeit der Methode gut überprüft werden. So zeigte sich beispielsweise, dass die durch station?re Messstationen bekannte Luftqualit?t in der Nürnberger Stadtmitte sich mit den Berechnungen aus Mobilfunkdaten deckt.

Der Weg von Mobilfunkdaten hin zu Schadstoffwerten

Als Basis der Untersuchung dienten Mobilfunkdaten, die im August und September 2015 im Netz von Telefónica Deutschland anfielen. Diese wurden vollst?ndig anonymisiert und jeglicher Personenbezug dabei entfernt. Die Datenanalyse-Experten von Teralytics wandelten diese Daten mithilfe von Algorithmen in Bewegungsflüsse um und identifizierte so über 1,2 Millionen Wegstrecken. Die auf Nachhaltigkeitsl?sungen spezialisierte South Pole Group modelliert mit Hilfe eines Dispersionsmodells daraus die Schadstoffbelastung, indem sie Informationen über Schadstoffe des Umweltbundesamts zu einzelnen Verkehrstr?gern sowie Wetterdaten miteinbezog.

Methodik wird weiterentwickelt

Nach erfolgreichem Abschluss des Pilotprojekts in Nürnberg wird das Forschungsteam die Methodik in einem zweiten Forschungsprojekt ausweiten und verbessern, um die Genauigkeit der Ergebnisse zu erh?hen. Dieses wird erneut vom EU-Programm von Low Carbon City Lab gef?rdert. Beispielsweise sollen auch kurze Wegstrecken von unter zwei Kilometern genauer in die Analyse einflie?en. So kann künftig besser zwischen einzelnen Verkehrsmitteln unterschieden werden, so dass ein genaueres Bild des gesamten Verkehrsaufkommens m?glich ist. Dadurch w?re es beispielsweise m?glich, Aussagen über den Einfluss von Logistik- und Transportunternehmen auf die Schadstoffbelastung in einer Stadt zu treffen. Zudem unterscheiden sich die genutzten Fahrzeuge zwischen einzelnen St?dten. In manchen ist die SUV Dichte h?her, in anderen werden mehr Elektroautos genutzt. Unter Berücksichtigung der oben erw?hnten zus?tzlichen Faktoren und der weiteren Verbesserung der Genauigkeit des Ansatzes, k?nnten künftig dank der Daten die Auswirkungen von Gro?veranstaltungen oder spezieller Ma?nahmen auf die Emissionswerte einer Stadt quantifiziert werden.
?Rund 70 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen entstehen in St?dten, so dass diese eine entscheidende Rolle beim Klimaschutz spielen. Wir sehen ein gro?es Potential in der Nutzung von im Alltag anfallenden Daten, wie beispielsweise Mobilfunkdaten, um die Schadstoffbelastung in St?dten zu verringern. Datenbasierte Analysen und innovative Ma?nahmen k?nnen dazu beitragen, St?dte in Zukunft bei der Umsetzung ihrer ambitionierten Klima- und Luftreinhaltezielen noch effizienter zu unterstützen“, sagt Renat Heuberger, CEO South Pole Group. Maximilian Groth, Gesch?ftsentwicklung Teralytics, erg?nzt: ?Algorithmen wirken h?ufig sehr abstrakt. Das gemeinsame Forschungsprojekt zeigt, wie mithilfe von Daten und Algorithmen echte gesellschaftliche Herausforderungen angegangen werden k?nnen“.
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